Dorian Wunderlich

Drüben auf dieser Seite

In meiner Arbeit "Drüben auf dieser Seite" erkunde ich jenes Gebiet, in dem für mich als Kind, geboren in Westberlin, der Eiserne Vorhang seine tatsächliche Undurchdringbarkeit suggerierte. Und zwar nicht an der innerdeutschen, sondern an der deutsch-polnischen Grenze. Inspiriert von Joseph Conrads Roman "Heart of Darkness" führt die Reise über die Oder durch verschwundene Landschaften in die Tiefen des menschlichen Selbst.

Der Nachhall von Weltkrieg, Zwangsarbeit, Zwangsumsiedlung und Fluchtgeschichten bis in die späten 2000er Jahren wird in naturalistisch atmosphärischen Bildern dargestellt; in einer Landschaft, die nur noch spärlich von ihrer Vergangenheit preisgibt. Die Arbeit erscheint eher als eine cineastische Exkursion, synchronisiert zu der Strömung des Flusses. Vorbei an den Ruinen von Kraftwerken, von Zwangsarbeitern in jahrelanger Arbeit errichtet, vorbei an Brückenresten, Verbindungen, die Ende des zweiten Weltkrieges gesprengt wurden, hin zu inszenierten Portraits von Protagonisten die losgelöst sind von identitätsstiftenden Mustern und sich dadurch nur als vage Momente in die Geschichte der heute Ruhe und Natürlichkeit ausstrahlenden Umgebung integrieren.

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