Marlene Gawrisch

Neues Bauen

„Ein Ding ist bestimmt durch sein Wesen.“
– Walter Gropius, 1925 –

Drei Siedlungen, drei Geschichten, ein Ziel: Wohnraum für Arbeiter, Mütter, Kinder – funktional, schnörkellos, erschwinglich. 1909 entsteht nach englischem Vorbild die Gartenstadt Hellerau bei Dresden. Modernster Wohnraum in Form von Einzel- und Doppelhäusern mit Zentralheizung und Badewanne. Wohnen, arbeiten, lernen – alles in einem. Etwa 20 Jahre später wächst in Dessau ein weiteres Wohngebiet: die Siedlung Törten. 314 Reihenhäuser, keines größer als 75 Quadratmeter. Anfang der 1950er Jahre, der Zweite Weltkrieg ist vorbei, der Sozialismus im Osten Deutschlands beschlossen, wird in Brandenburg eine Planstadt aus dem Boden gestampft: Stalinstadt, heute Eisenhüttenstadt. Obwohl Gartenstadt, Törten-Siedlung und Stalinstadt ähnliche Anliegen hatten, nämlich funktionalen Wohnraum zu schaffen, unterscheiden sie sich in ihrer Architektur und Gestaltung stark. Und was ist geblieben von den Ideen, mit denen die drei Siedlungen einst errichtet wurden? Was haben ihre heutigen Bewohner daraus gemacht?

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